Life Reisen

Koh Tao

Der Moment in dem man in ein Flugzeug steigt ist immer noch toll für mich. Du steigst ein, du fliegst weg und vergisst die Heimat für eine Zeit. Deutschland scheint auf einmal ungreifbar und weit weit weg. In Bangkok angekommen entschied ich mich für den 60 Baht Bus und setzte mich neben einen älteren Mann. Er erzählte mir von seiner Welt, 75 und immer noch berufstätig. Er war vor allem in Südostasien unterwegs um arme Länder mit aufzubauen. „Life is good at the Khao San, trust me“. Der Bus beförderte mich direkt in die Altstadt von Bangkok, wo auch mein Hostel an einer recht belebten Straße lag. Ich wollte einfach nur schlafen und legte mich nach einem Straßenessen direkt in einer der Bienenwaben. Ich schlief wie ein Baby und traf am nächsten Abend Max aus England. Er verbrachte den Sommer in Ibiza und den Winter in England, er erzählte mir euphorisch Geschichten über den Ort Pai im Norden von Thailand und welche verrückten Sachen er dort erlebt hat. Wir chillten den ganzen Abend oben auf der Dachterasse, landeten Nachts in einer super schlechten Ping Pong Show und haben gesehen wie eine Coke Flasche mit einem Gesäß geöffnet werden kann. Ich bin durch ganz Bangkok mit einem Uber Roller gefahren um mein Visum zu verlängern. Bin Nachts durch die Lichter gedüst, die Hand weit ausgestreckt in den Himmel. Was für ein Gefühl. Eine Nacht konnte ich keine Sekunde schlafen, da am nächsten Tag mein Flug nach Koh Tao ging. Um 2 Uhr Nachts ging ich raus und schaute mich um. Gegenüber waren noch Menschen unterwegs und ab und zu heizte ein Motorrad oder Taxi durch die Straße. Ich hörte Musik, irgendwie ein erinnerungswürdiger Moment.

Ich hatte da so ein Bild vor Augen: Unter einer schattigen Palme spiele ich meine Ukulele. Ein Freund erzählte mir das ich das wahrscheinlich trotzdem nicht machen werde und im Endeffekt enttäuscht werde, da die Realität nicht unserer Vorstellung entspricht. Aber ich saß mich an den Strand, genoss meinen Sonnenuntergang und meine Ukulele. Neben mir tauchte ein Mädchen auf mit braunen Haaren und grünen Augen, sie hörte mir beim spielen zu. Abends traf ich sie zufälligerweise mit anderen Leuten aus meiner Unterkunft wieder. Wir quatschten über Gott und die Welt. Talia, Brighton, Paula, Verena und ihre Schwester Veronika. Diese Menschen haben mich besonders berührt, alle auf ihrer eigenen Art und Weise. Diesen Ort habt ihr ausgemacht. Danke für die Zeit. 

Nach einer Woche in diesem Hostel landete ich wegen Überbuchung in einem Strandbungalow. Eigentlich wollte ich am Freedom Beach ein wunderschönes, einfaches Bungalow mieten und einfach mal eine Woche nichts machen. Allerdings wollte dies das Schicksal wohl nicht und ich bin vom Roller gestürzt. Mein Bein war recht blutig und bei der stechenden Mittagssonne half mir ein Thai. Drei Tage kein Wasser, drei Tage zum Arzt, sowie ein Rollerschaden. Ich denke man muss das beste aus jeder Situation machen und deswegen machte ich mir ein paar ruhige Tage am Strand. Zufälligerweise übernachtete Verena und ihre Schwester ebenfalls in der selben Bungalowanlage, was mich besonders gefreut hat. Die Wunde heilte nur langsam, so wurden aus den drei Tagen insgesamt zwei Wochen. 

Die Highbar war wohl auf Koh Tao mein absoluter Lieblingsspot der ganzen Insel. Der Weg zu der Bar ist ziemlich steil und bei Regen wird die Fahrt doch recht schwierig. Die Bar ist aufgebaut wie ein Baumhaus und an jeder Ecke findet man neue Details die begeistern. Die Aussicht ist gigantisch und die Sonne geht perfekt am Horizont runter. Als der Besitzer Wish you were here auf Gitarre vorspielte, wusste ich, ich bin am richtigen Ort. 

3 Tage vor der Abreise nach Koh Phangan hat sich der Sturm „Prabuk“ angekündigt, ein Tropischer Sturm der sich Koh Tao näherte. Ich packte meine Sachen aus der Bungalowanlage und ging ironischer weise wieder in das Hostel wo ich davor gelebt hatte und wartete bis die nächste Fähre fuhr. Wir saßen mit Verena im Regen, haben uns Geschichten erzählt, haben die Zeit verstreichen lassen und geredet. Ich war auch gerne mal alleine, habe Ukulele gespielt und den Sturm zugeschaut. 

Die Zeit auf Koh Tao ging schnell vorbei und es ist genau das was ich in dieser Zeit gesucht und gefunden habe. Sonne, gute Gespräche, tolles Essen, viel Musik und die Zeit vergessen können. Was ich gelernt habe: Ich denke einwenig etwas über Akzeptanz und Attachment, danke Verena. 

 

 

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