Life Reisen

Japan

Es gibt so viel was ich über diese 10 Tage erzählen könnte. Diese 10 Tage waren irgendwie anders, wenn ich jetzt hier dasitze und die Sonne in meine Wohnung scheint wirkt diese Reise komplett unrealistisch. Wie als wäre ich mit meiner Schwester in eine andere Welt gereist. Geflogen sind wir nach Nagoya und sind dann erstmal komplett fertig mit dem Shinkansen nach Tokio gefahren. Angekommen in einem Kapsel Hotel mitten im bunten Korea Town hieß es erstmal die Gegend erkunden, meine Schwester war super aufgeregt und sie war sofort begeistert. Und ja, diese Begeisterung hat auf jeden Fall angesteckt. Das 9 Hours in Tokio ist ein Kapsel Hotel und das bedeutet das du eben in einer Kapsel schläfst, der Nachteil: du hörst alles. Und wenn ich meine alles, dann meine ich alles. Jede Bewegung eines anderen, jeder Atemzug und jeden einzelnen Schritt. Und in diesem Raum schliefen geschätzte 20 Mädels. Die erste Nacht war ein Alptraum, ich habe nur eine Stunde schlafen können. Meiner Schwester erging es ähnlich, sie wachte um 3 Uhr Nachts auf und konnte nicht mehr einschlafen. Jetlag sei Dank. 

Mit schlechter Laune frühstückten wir erstmal auf japanisch und stürzten uns bei leichtem Regen in das Chaos von Tokio. Shibuya, Harajuku, Asakusa, Tokio Skytree, wir nahmen so gut wie alles mit. Als es Nachts wurde wollte ich endlich meinen Schlaf nachholen, allerdings hatte ich so schwer mit dem Jetlag zu kämpfen das ich einfach aufgegeben hatte zu schlafen. Ich ging mit Schlafklamotten Nachts zum 7Eleven und holte mir Japanische Snacks. In Japan ist der Schlafanzugstyle wohl in, deswegen bin ich niemanden besonders aufgefallen. Ich setzte mich in den Gemeinschaftsraum des Hostels und schaute mir Tokio von oben an. Millionen von Menschen treffen da aufeinander, auf engstem Raum, nie schlafend und immer weiterwachsend. Die Aussicht war für ein Hostel fantastisch und erinnerte mich leicht an die Aussicht vom Skytree. Alles leuchtete und funkelte. 

Am nächsten Tag nahmen wir einen frühen Zug nach Kamakura, eine kleine Vorstadt vor Tokio. Hier waren kaum Menschen unterwegs und wir beschlossen einfach mal den Hauptweg zu folgen und von einem Tempel zum anderen zu laufen. Touristen gab es so gut wie gar nicht, wir waren fast alleine unterwegs. Die Tempel hier waren auch komplett anders als in Tokio, sie waren sehr alt, nicht so restauriert, irgendwie leicht verfallen. Mit Moos bedeckt und irgendwie mystisch. Aber jeder davon hatte seine Magie, um ehrlich zu sein erinnerten mich die Tempel an irgendwelche MMORPG Orte. Nur die passende Hintergrundmusik fehlte dabei. Auf einem längeren Weg zu einem der Tempel gab es einen kleinen Kunstladen, er verkaufte vor allem Postkarten von japanischen Künstlern. Die Auswahl war gigantisch und jede Postkarte war eine kleine Kunst für sich selbst. Da gab es Postkarten mit verschiedenen Sprüchen drauf, ich lies sie mir vom netten Verkäufer übersetzen und so wählte ich diese aus: „Man hat Hoffnung, das alle deine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen werden“. Ich kaufte die Postkarte mit einer weiteren und verstaute sie sorgfältig, später habe ich beide Karten verloren und sie erst nach einem Monat in meinem Rucksack wiedergefunden. Meine Schwester war mindestens genauso begeistert von diesem Laden und kaufte einige der tollen Karten. Dieser Tag war einer der schönsten auf der ganzen Japan Reise. Die Straßen waren leer, ein Tempel war schöner als der andere und Kamakura begeisterte mich unendlich. Wir haben Ikebana gelernt, in der ich eine Niete bin. Wir haben in einem super einfachen aber traditionellen Restaurant gegessen. Haben Schulklassen gesehen, verliebte Paare, alte Menschen, Kinder in bunter traditioneller Kleidung die uns zulächelten. Guten Kaffee getrunken. Haben einen See gesehen voller Seeblumen. Probierten eklige Japanische Snacks aus, wie zum Beispiel Fischtaler und Sushi gefüllt mit etwas undefinierten. Wir sind zum Strand und haben das Meer gesehen. Sind unendlich viel gelaufen. Vieles an diesem Tag hat sich so unreal angefühlt. Wenn ich an diese Japan Reise denke, werde ich mich an diesen Tag erinnern. 

Die Reise führte uns am nächsten Tag weiter nach Hakone, wir schliefen in einem Ryokan und erlebten das traditionelle Japan. Das erste mal in meinem Leben zog ich einen Kimono an und badete anschließend in einem super heißen Onsen. Unser Zimmer zeigte auf einen stark wütenden Fluss, der die ganze Nacht erschallte, jedoch mochte ich das Geräusch unheimlich. Dann sind wir mit dem Zug nach Kyoto gefahren und sind sofort in die Gassen von Gion verschwunden. Kyoto strahlte eine tolle Spiritualität aus, überall sind Tempel verteilt und die ganzen Japaner trugen bunte Kimonos. Es war einfach ein kleines Fest für die Augen und natürlich auch für meine Kamera. Wir erkundeten Kyoto mit dem Fahrrad, fuhren am Fluss den Sonnenuntergang entgegen, fuhren von Tempel zu Tempel und durch die ganzen Wohngegenden. Wir fuhren den ganzen Tag und ich sang den ganzen Tag das ein und das selbe Lied (tut mir Leid). Mit dem Zug fuhren wir nach Nara und auf dem Weg verfuhren wir uns mehrmals, landeten irgendwo in einem Geschäftsviertel wo wir eine Sehenswürdigkeit wurden. Wir haben Sake getrunken in diesem kleinen Laden an der Ecke und genossen super feine Japanische Küche. Wir sangen Sweet Home Alabama in einer winzigen Bar mit einer Akustik Gitarre und dem alten Yashinoya, der aus der Gegend kam und sein Sprachgerät überall mitnahm. Wir haben 1000 Torii Gates gesehen, sind über die Brücke in Arashiyama gelaufen und haben Affen auf einem Berg gesehen. Haben Mittags Snacks aus dem 7Eleven gegessen und die Mittagssonne genossen. Wir haben die ersten Herbstblätter gesehen. 

Danke für diese Zeit. 

 

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