Herbsttage in Amsterdam

Als wir den Hauptbahnhof von Amsterdam verließen hat uns das miese Wetter in den Niederlanden schon begrüßt: es fegte ein starker Wind welcher mit einigen eiskalten Regentropfen begleitet wurde. Dank Google Maps und vielleicht auch wegen meinem schlechten Orientierungssinnes sind wir erstmal in die falsche Richtung gelaufen, denn unser Hausboot war auf der genau gegenüber liegenden Seite. Es war ein Hafen voller verschiedenster Bootshäuser, angrenzend an die bildhübsche Altstadt von Amsterdam und mit Sicht auf neuere Gebäude. Unser Hausboot war eher unauffällig und es dauerte einen kurzen Moment bis wir den Eingang gefunden hatten. Unser Airbnb Vermieter erzählte uns dass unser Bootshaus schon um die 100 Jahre alt ist. 

Die Einrichtung war gemütlich und ich fühlte mich sofort wohl. Die Liebe zu Holz war überall sichtbar. Der Eingang zum Schlafraum war durch eine charmante Holzschiebetür geschützt, welche einwenig schwer aufging. Den Schlaf und Wohnraum trennte eine urige Treppe. Von oben konnte man wunderbar die anderen anliegenden Boote sehen, aber auch die Hochhäuser die weiter weg lagen und am Abend so schön leuchteten. Es fehlte einwenig an Wärme, dass die Heizung kaputt war merkten wir erst später.

Mit einem neuen Amsterdam Regenschirm ausgerüstet ging es in Richtung Stadt. Georg versuchte den Schirm zu benutzen um gegen den peitschenden Wind anzukommen, jedoch gab der Schirm schon nach einigen Minuten nach und war nur noch ein kaputtes etwas. Es war ein anderes Amsterdam als im Sommer. Es war kälter, stürmischer und herbstlicher. Jedoch zugleich lud es ein um innen zu bleiben, Karten zu spielen, Musik zu hören und einfach zu chillen.

Ein Sturm fegte vorbei und lies den Hafen auf einmal viel dunkler wirken. Die Lichter in den Booten gingen an und ich beobachtete bei entspannter Musik die wehenden Fahnen auf dem gegenüberliegenden Boot. Machte ein paar Fotos und lag mich einfach ins Bett und machte seit langer Zeit mal etwas wunderbares: nichts. Rein gar nichts. Als die Heizung repariert wurde legte Georg verschiedene Kissen und Decken auf den Boden und so wurde daraus eine gemütliche und warme Kuschelecke. Eine große alte Kiste war unsere Rückenstütze. Wir legten unsere Füße auf die Heizung, wärmten uns und hatten ein paar schöne Gespräche. Auf einmal wurden die ganzen Räume von einer wunderbaren Wärme durchwandert. Wir spielten Mau Mau, bestellten asiatisch bei Uber Eats und blieben lange wach. Gingen auf das Deck und beobachteten einen stark scheinenden Mond. Es war eine extrem gelassene und sorgenfreie Stimmung. Das waren ein paar wunderbare Tage. 

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